MissKvanB´s Hauptstadtblog

Overload (Zappacosta)

6. Oktober 2010

Verrissen! Komplett verrissen, habe ich gedacht, als mein Liebster mir zum Geburtstag keine Blumen geschickt hat. Ja, ich weiß. Gelbe Karte, eigentlich, aber wir versuchen erstmal abzuwägen. Ja, er hätte sie auch lieber persönlich abgegeben, aber er kann ja nicht. Wir leben das total moderne (und total bekloppte) Beziehungsmodell „Fernbeziehung“. Das hat nicht nur eine morphologische Nähe zum Wort „Fernfahrer“, sondern auch eine semantische. Beides impliziert einsame Nächte, Sex mit Silikonspielzeug und eine beeindruckende Handyrechnung. Ich unternehme an dieser Stelle den Versuch, ein geistiges Bild zu entwerfen. Es ist Nacht, stockduster und natürlich regnet es. Die Straße ist schwarz und auf ihr tanzen die Scheinwerfer der entgegen kommenden Autos mit ihren Reflektionen. Der LKW donnert über die Autobahn so, dass das Duftbäumchen am Rückspiegel sanft hin- und herschwingt. Kalle langt auf den Beifahrersitz, um nach der Colaflasche zu greifen, die mittlerweile schon warm ist. Scheiße, Ausfahrt verpasst! Dann eben erstmal zur nächsten Raststätte und ein paar Stunden pennen, allein. Wie in einer Fernbeziehung, außer das mit dem LKW, der Autobahn und der warmen Cola. Nee, da braucht man auch nicht schönreden. „Allein“ ist nicht schön. Einen enormen Vorteil hat man als Frau ja schon mal, wenn der Mann am anderen Ende des Universums ein super Meldeverhalten vorweisen kann. Da wird man täglich angerufen und bekommt schöne SMS. Den Punkt kriegt er! Aber mal ganz ehrlich; keine Blumen zum Geburtstag schicken? Das geht gar nicht. „Schatz, wir müssen reden! So, mein lieber Freund. Warum sitzen wir wohl jetzt hier? Keine Ahnung? Scheppert gleich! Spaß beiseite, man muss auch mal ernst reden können. Ich wollte mich auch nochmal bedanken, dass du mir zum Geburtstag gratuliert hast. Schön, dass du dran gedacht hast. Find ich gut. Und jetzt sag´s! Gestehe dein schändliches Verhalten. Wo zum Teufel sind die Blumen? Ja, richtig so, schäm dich! Jetzt kannste schon mal die Hosen runterziehen und dich da drüben über den Sessel beugen. Freundchen!“ Gibbet ja wohl nicht. Wieviel Wochen Sklaverei sollte sowas einem Mann einbringen? „Danke für die Nackenmassage. Es ist unglaublich, wie du das eine ganze Stunde durchhälst. Krampfen die Finger noch? Och, tut mir leid. Ich geb dir danach eine Magnesiumtablette. Wonach? Nein, danach ist mir noch nicht. Aber es wäre ganz wunderbar, wenn du mir die Füße massieren könntest. Aber nur eine halbe Stunde, Gorgeous, sonst bekomme ich noch ein schlechtes Gewissen.“ Wirklich. Ich bin schon ganz schön verknallert, aber ich Queendivabitch komm einfach nicht drüber weg, dass der Herzbube keine Blumen geschickt hat. Er muss büßen, aber janz jewaltig. Und nu? Der Plan ist jetzt so: für jeden Tag Verzögerung muss ein Liebesdienst erwiesen werden. Hm, vielleicht ist das ja alles gar nicht so schlecht gelaufen. Am Wochenende bekomme ich somit sexuelle Gefälligkeiten und Blumen. Bingo, aber wehe, er vergisst die Blumen!

I feel good (James Brown)

12. August 2010

Liebesfilme sind für Frauen gemacht. Ganz klar. Männer in Liebesfilmen tun Dinge, die wir uns wünschen. Sie stehen mitten in der Nacht mit einer irgendwo abgepflückten Blume vor deiner Tür, weil sie mit der Frau, die sie soooooo super finden, einschlafen wollen. Sie rudern die Herzdame auch immer in einem Ruderboot (Ja, zeigt uns, dass ihr Muskeln habt!) auf einen See, der jedes Mal ganz abgelegen ist und wo keine angesoffenen Kiddis im Tretboot die romantische Stimmung versauen. In Liebesfilmen bekommen Frauen Blumensträuße mit charmanten Nachrichten geschickt und Heiratsanträge, bei denen die Zuschauerin sagt: “Das will ich auch.” Und wie siehts aus? Naja. Unsere Jungs sind gar nicht schlecht, aber sie dürfen und sollen sich ruhig ein paar Tricks aus den Filmen klauen. Ja, wir wollen diesen ganzen Romantikkram, auch wenn wir abgerockte Röhrenjeans und Lederjacken anziehen. Wir wollen Blumen und nächtliche Spontanbesuche aus Sehnsucht. Das Ruderboot find ich auch ganz gut und dann zusammen gechillt. Was glaubt ihr denn, warum wir uns diese Filme ansehen? Da sitzen die Chicas vorm Fernseher und seufzen alle zugleich auf, weil der männliche Hauptcharakter ganz leidenschaftlich seine Liebste küsst, auf die Arme nimmt und ins Schlafzimmer trägt, während er ihr unablässig seine Liebe gesteht. Braucht man ja nicht jeden Abend, aber manchmal wär das ganz nett. Vielleicht sollten wir uns jetzt mal Kleinigkeiten ansehen, die uns vor Glück breit grinsen lassen. Ich besuche dich und du hast wirklich meine Lieblingsblumen gekauft? Du hast gewonnen. Jetzt schon. In so einem Moment will man doch einfach nur diesem Mann um den Hals fallen, weil er so aufmerksam war. Noch besser: Du entschuldigst dich, weil es sie nicht mehr in meiner Lieblingsfarbe gab. Ich fall tot um. Andere Farbe? Das ist mir so egal. Ich bin glücklich. Wenn du abends zu mir kommst, bringst du Süßigkeiten mit, die ich mag. Nicht gut für meine Figur, aber sooooo sweet. Wir stehen mit deinen Freunden an der Bar und du stellst dich hinter mich und legst deinen Arm um meine Schultern. Ja, das auch, das macht mich glücklich. Wenn du morgens zur Arbeit musst und bevor du gehst ins Schlafzimmer kommst, um mich zu küssen und an meinen Haaren riechst, bin ich glücklich. Wenn ich es mir so recht überlege, könnte ich auf den See und das Ruderboot verzichten. Man muss ja nicht gleich übertreiben. Eigentlich sitze ich schon wieder hier und grinse und erinner mich daran, wie du mich freudig lachend kalt abgeduscht hast. Moooooment mal. Du hast gelacht, ich nicht. Retrospektive trotzdem romantisch irgendwie, man muss ja die ganze Situation im Kopf behalten. “Mein Freund hat mich kalt abgeduscht.” “Oh, voll romantisch.” Hä? Also, eigentlich ist so ein Ruderboot gar nicht so schlecht…

It´s oh so quiet (Björk)

22. Juni 2010

Ich habe sie gefunden! Jetzt steht sie fest, die sexieste Fußballmannschaft dieser WM. Traaaraaa: Spanien. Das könn`se, die Spanier, Palmen, Strand, Paella und schicke Menschen. Wir konzentrieren uns jetzt aber auf die Männer, genauer, die Fußballer. Also nochmal, holla die Waldfee, schicke Mannschaft. Dann tragen die Jungs auch noch rot. Die Shorts sollten kürzer und die Trikots Achselshirts sein. I wanna see more. Wen ich definitely auch öfter sehen will: Diego Maradona. Was für ein Mann! Der ist ja sowas von sympathisch. Wie der sich freut, der kleine Wicht. Da hüpft der kleene Wonneproppen den Trainerassis auf den Arm. “Danke, Leistenbruch.” Ach nee, meine Phanatsie. Dabei liegt das gar nicht so fern. Ich sympathisiere gerade mit Ballack und hab den Totalklumpfuss. Bänderriss. Au weia! Das tat weh. Peinlich war es auch. Da wird man vom supernetten Kollegen getragen und stinkt wie ein Muli, weil der schlimmste Schmerz der Welt den Körper in Schweiß gebadet hat. Komplettnässe. Wie ein Crackjunkie auf Kaltentzug. (Vorsicht, Gedankensprung) Die Wahrscheinlichkeit ist groß, habe ich mir überlegt, dass Geburtsschmerzen genauso schrecklich sind, nur nicht im Fuß. Veto! Tu doch einer was! Und überhaupt, die WM tut mir weh. Was die sich auf den Rasen legen, das sieht auch nicht gesund aus. Da kriegste den Ball an den Kopp geknallt, aber hast auf diese Art wenigstens gehalten. Na dann! Der nächste Vogel latscht dir mit seinen Stollen vors Schienbein oder, je nach Belieben, nutzt seinen Ellenbogen um ihn einem knackig vors Kinn zu stoßen. Schön, dass dann auch immer gleich beide Spieler den Arm hochreißen: “Ey, Schieri kuck, die Sau hat mir voll mit dem Kinn an den Ellenbogen gestoßen.” Mooooment mal. Drama, baby! Ach kuck, das ist schon die nächste Überleitung. Was ist eigentlich mit den Franzosen los? Elf Diven sollt ihr sein. Kein Problem. Training? Verweigert. Merde, wir sind hier bei der WM, das darf man nicht so eng sehen. Sie sind raus, Hoecker. Ab nach Hause, leise sein! Shhh….

Football´s coming home (Three Lions)

14. Juni 2010

Ja, auch dieses Mal ist die Fussballweltmeisterschaft unumgänglich. Auch ich habe mich dem Gemeinschaftsschicksal gefügt und sehe mir ab und zu (Wirklich!) Spiele an. Ich sehe ganz genau hin, denn wenn mich eine Sache an Fussball begeistern könnte, dann sind es attraktive Spieler. Nur wo um Himmels Willen haben sie die denn dieses Jahr gelassen? Das geht doch nicht! Und was ist eigentlich mit den Trikots los? Es wäre tausendmal einfacher die Teams ihren Ländern zuzuordnen, wenn die Trikots in den jeweiligen Nationalfarben gehalten wären. Wieso zur Hölle spielt Ghana in Weiß? Die könnten die Knallertrikots haben. Achso, ja, ich bin eine Frau. Wenn ihr (Mannsvolk, alle zusammen.Grins) schon mal gezwungen seid mit uns Sex and the City zu sehen, dann habt ihr ja noch was fürs Auge (mindestens jede zweite Folge Kim Cattralls Brüste). Was haben wir? Nix. Wir schauen Fussball und sehen wirklich nur Fussball. Kann man nicht wenigstens gut aussehende Schieris einsetzen? Die sieht man sowieso viel öfter im Bild. David Beckham soll das machen und der Ballack kann sich gleich daneben stellen. Was macht eigentlich der Frings, Herr Oberschnucki der letzten WM? Herr Frings, wie schauts? Bischen in die Pfeife spucken und das hübsche Gesichtl in die Kamera halten? Es wäre schön, sie zu sehn. Sie verstehn? Ich fänd das so angenehm. Ich sag ja nicht, dass unser Team nicht gut aussieht, aber mal ehrlich, ich steh nicht auf den Typ Abiturient. Haben sie eigentlich alle bestanden? War ja viel los diesen Sommer, Satellitenmädchen und so. Was ist eigentlich aus dem Bohrloch geworden? Kümmert sich da gerade jemand drum? Kann vielleicht mal jemand nachsehen gehen? Ich mach mir da schon sorgen. Die Suppe läuft und läuft. Ich stelle mir den Ozean wie eine große klare Suppe vor, die von einer fetten Ladung Maggie-Würze total versaut wird. Und der hört nicht auf das Zeug darin zu schütten. Wer soll denn das noch essen? Eine Idee hätte ich, die gleichzeitig einen absolut genialen Nebeneffekt hat. Wir sammeln alle Vuvuzelas (Nein, is nix Versautes. Nicht an Sex denken jetzt! Ey! Das sind die Tröten, die bei den Spielen den Eindruck vermitteln, ein Schwarm riesengroßer Mutantenhummeln ist im Anflug.) ein und stopfen sie in dieses Loch. Alle bis auf eine. Die letzte ist für den BP-Boss. (Ja, jetzt geht es um anale Penetration. Eigentlich ist es mehr wie eine Darmspiegelung, nur mit Tröte statt Mikrocam.) Zwei Probleme, eine Lösung. Bei den Spielern fällt mir jetzt auch nix ein. Dann kann halt beim Public Viewing mehr auf die interessanten Männer an den Nebentischen geachtet werden. Und wer zu Hause mit seinem Freund schaut, hat sowieso den tollsten Mann neben sich sitzen. Was für ein romantischer Schlusssatz und dabei hat der Beitrag mit “Fussballweltmeisterschaft” im ersten Satz angefangen. Wollte ich nur noch mal drauf hinweisen, welch große schriftstellerische Fähigkeit sich hier soeben bemerkbar gemacht hat. Egal auch. Fazit: Guter Typ zu Hause = Gewonnen!

If I was a rich girl (Gwen Stefani & Eve)

26. Mai 2010

Ich hatte nie einen Lehrer, in den ich verknallt war. Meine Lehrer waren entweder zu alt, zu schlecht angezogen oder einfach zu unattraktiv. Aus diesem Grund wurde ich jetzt nachträglich mit einem sexy Chiropraktiker gesegnet (aber richtig!). Als ich im Warteraum die Zeit totgeschlagen habe, war ich nicht darauf vorbereitet auf so ein Bild von einem Mann zu treffen. Dann hätte ich mich doch mal ein wenig schick gemacht! Ganz selbstverständlich bin ich davon ausgegangen, dass mir ein alter, desinteressierter Mann gegenübersitzen würde, um dann seine knochigen Finger an meinen Rücken zu legen und mich schmerzhaft wieder einrenkt. Doch mein Doktor war einer von denen, dem die Frauen vertrauen. Sofort habe ich nachgeprüft, ob er einen Ehering trägt. Er trägt keinen (”Hello, sir!”). Da war also noch nicht Hopfen und Malz verloren. Ein Arzt in der Familie würde meine Eltern und Großeltern sehr zufrieden stellen. Leider konnte ich vor Scham (wegen meiner desaströsen Klamottenwahl) und Schmerzen nicht flirten. Besonders makaber war der Moment als er hinter mir stand und mich bat, mich doch mal bitte nach vorn zu beugen. In meinem Kopf spielten sich sogleich schmutzige Sexfantasien ab, die vom Eintreten der Arzthelferin wieder beendet wurden (”Bitch!”). Ob er das zuhause beim Sex auch so macht? „Beugen sie sich doch bitte mal nach vorn.“ „Aber gern doch. Mit oder ohne Höschen?“ Die Sexfantasien loderten wieder auf, als ich mich auf die Liege begeben sollte und er sich über mich beugte. Gott, was hat der Mann für kräftige Arme. Was der alles mit einem machen kann! Wahrscheinlich kann er auch wunderbar massieren. Herzlichen Glückwunsch der Frau, die ihn heiratet. Für mich wäre ein weiterer Vorteil, dass ich nicht jedes mal den Weg in seine Praxis auf mich nehmen müsste, wenn ich wie so oft Rückenschmerzen habe oder mich auch einfach mal nur für ihn bücken möchte. Gebückt vor ihm stehend dachte ich, dass ich unbedingt wieder mit dem Workout anfangen muss, damit mein Arsch wieder in Form kommt. Mit zunehmendem Alter orientiert sich der Körper immer mehr südlich. Jedenfalls hat er mich schmerzfrei wieder eingerenkt. Ich war also nicht nur von seinem Aussehen, sondern auch von seinen Fähigkeiten beeindruckt (”Sie sind eine Runde weiter.”). Als ich das nächste Mal seine Hilfe in Anspruch genommen habe, war ich besser angezogen und geschminkt, logisch. Da habe ich mich auch getraut ihn anzuflirten (Grins,grins. Klimper,klimper.). Meine Überlegung war, dass ich mir ja einen anderen Chiropraktiker suchen kann, falls ich hochkant aus der Praxis geworfen werde wegen sexueller Belästigung. Aber anscheinend gefiel ihm mein subtiler Flirtversuch ganz gut. Ich habe noch nie mit einem Arzt zwanzig Minuten in seinem Sprechzimmer verbracht, wenn der Arzt auch zugegen war. Auf jeden Fall war das ein sehr angenehmer Arztbesuch. Da zahlt man doch die Rechnung mit einem Lächeln. Autsch, nicht wirklich. Ob der auch auf Stundenbasis massiert? Oberkörperfrei? Eingeölt? Wie teuer ist das? Ääähhh, wo waren wir? Also, wenn ich genug Cash hätte….

Whatta man (Salt´n Pepper)

9. Mai 2010

Frankenstein war eine arme Kreatur. Häßlich, gefürchtet, gehasst, verfolgt. Aber die Idee… Die Idee war nicht so schlecht. Man stelle sich nur vor, oder besser frau, es wäre möglich sich den perfekten Mann zu basteln. Wow! Dieser Gedanke kommt ja nicht von ungefähr. So sitzen zwei Singlefrauen fast sabbernd in der Küche und erstellen sich einen Mann zum Niederknien. “Groß muss er sein und sportlich.” “Er sollte dunkle Haare haben.” “So wie…” Zahlreiche Promimänner wurden in Betracht gezogen, evaluiert, kritisiert, vergöttert. “Er muss loyal und treu sein.” “Er soll gut im Bett sen.” “Ja, logisch.” “Du musst ihm ´ne Stripperin vor die Nase setzen können und er muss sagen, zisch ab, ich hab zu Hause das Beste sitzen.” “Genau, du musst ihm die auf den Bauch binden können, das Ding darf sich nicht mal bewegen. Ist doch klar.” “Klar.” “Er muss auch lustig sein.” “Ja, das ist echt wichtig. Mit dem muss man tierisch abfeiern können.” Pause. “Wenn wir Männer wären, jetzt würden unsere Schwänze stehen.” Brüll. Das war´s. Ich liebe meine Mädels. Sie sind so….so…realistisch. Bewerber auf die offene Traummannstelle dürfen sich natürlich jederzeit melden. Es gibt ja manchmal mehrere Bewerber auf eine Stelle. Da stand ich nun und sah mich vor meinem geistigen Auge in weißem Laborkittel meine zwei Verehrer mit stolz geschwellter Brust in Glaskäfigen sitzen, eingeölte knackige Männerkörper. Eiwei. Es reiht sich eine Szene aus “Der Pinky und der Brain” in die Bilder. Ich grinse. Böse. Sowas macht man doch nicht. Zwei Männer zur selben Zeit daten ist auch nicht so toll. Aber ich kann mich einfach nicht entscheiden. Es ist so einfach. Ganz einfach und trotzdem, ich präsentiere den Klassiker: Good Guy versus Bad Guy. Hot bad guy. Steaming hot bad guy. Understand? Soooooo hot. Good Guy macht alles richtig. Alles. Essen gehen, Blumen schenken, Geschenke schicken, sich kümmern, anrufen, SMS schreiben. Bad Guy hält sich an die Bad-Guy-Regeln: Zeig einer Frau niemals was du fühlst. Schenk ihr niemals Blumen. Schenk ihr niemals mehr Aufmerksamkeit als nötig. Gib ihr trotzdem das Gefühl, dass du sie gut findest und alle Wege offen sind. Leg dich nie (nie, nie, nie) fest. Ruf sie nicht an (niemals nicht). Ruf nur zurück (,aber nicht sofort). Schreib ihr keine SMS und wenn, dann nur Belanglose (immer einen Smiley hinten dran). Sieh immer verdammt gut aus. Riech immer verdammt gut. Fass sie genau da an, wo sie weich wie Butter wird, aber fall nicht mit der Tür ins Haus. Küss sie genau so, dass sie dir sofort und auf der Stelle verfällt. Wer gewinnt? Richtig, Bad Guy! Wer gewinnt nicht? Richtig, die Frau! Verdammt! Wenn wenigstens der Sex schlecht gewesen wäre. Aber die können ja immer was am Laken. Hut ab. Am Ende steht man wieder allein da, dabei hat man es kommen sehen. Soooo clear. Dieser Typ. Wie kann jemand so sexy sein? Immer? Wenn ich ein Mann wär, jetzt würde…

Let´s talk about sex (Salt´n Pepa)

23. April 2010

Der Frühling will nicht kommen und ich frage mich wirklich: Werde ich dieses Jahr um meine Frühlingsgefühle gebracht? Oh nein! Wie schrecklich. Vielleicht wäre ja dieses Jahr genau DAS Jahr gewesen. Ja genau, bestimmt ist es genau das Jahr, in dem ich mich komplett, total, von oben bis unten „kascheng“ verknallt hätte. Oh je! Wo ist denn das global warming? Es hat Deutschland ausgelassen! Ei, wie böse. Nein, das macht man wirklich nicht. Man macht keine Scherze über global warming. Mir soll einfach nur warm ums Herz werden. Ich halte jetzt jede freie Minute mein Näslein in die Sonne und hoffe auf diese Art und Weise die Frühlingsgefühle zu aktivieren. Ich bin sozusagen im Dauerladezustand. Der Akku war ja auch arg runter. Das kann keiner mehr verantworten. Letztes Jahr um diese Zeit habe ich noch einen ziemlich schrägen Typen gedatet. Wirklich schräg. Ganz ehrlich, der hat ein Ding zu laufen gehabt. Solche Seltsamkeiten kommen ja erst im Verlauf einiger Wochen zum Vorschein. Auch dieser Herr ist strategisch geschickt vorgegangen und hat seine Aussetzer so lange wie möglich zurückgehalten. Ich hoffe nur, dass vor lauter Anstrengung nicht noch irgendwelche anderen Synapsen durchgeknallt sind. Man kann ja nie wissen. Man steckt ja nicht drin und was es dergleichen für Weisheiten gibt. Auf jeden Fall hilft bei geistigen Kurzschlüssen auch kein guter Sex dabei, ein Auge zuzudrücken. Nein, nein, nein, das darf nicht sein. Diese Jahr ist das Verhältnis umgekehrt. Ich werde von einem sehr charmanten und attraktiven Mann zum Essen ausgeführt und zum Lachen gebracht. Das ist ja schon mal ein guter Anfang. Hab ich auch gedacht. Aber – um noch einmal eine Weisheit aus dem Volksmund anzubringen - irgendwas ist ja immer. In diesem Fall ist es der Sex. Not good. Ich versuche mir die ganze Zeit zu sagen, dass er denkt, dass das gut ist. Nur, wie sagt man einem Mann, dass er einen schlecht vögelt? Wann? Danach („Na, war ja wohl nix diesmal.“)? Davor, mit Verbesserungswünschen? Auf keinen Fall dabei (nimmer nicht)! Kriegt man das irgendwie hin ohne, dass das männliche Ego vor Schreck in sich zusammenfällt? Ich sollte ihm das in der Sonne sagen und hoffen, dass er vor erhöhter Serotoninausschüttung in einen Rausch verfällt und mich einfach nur verständnisvoll angrinst. Vielleicht ist das ja einem Zuckerschock ähnlich, der Sonnenschock. Aber was, wenn es jetzt drei Wochen lang regnet? Das ist ganz schlecht. Es durchkreuzt den Plan und zwingt zu Handlungsalternativen. Noch drei Wochen unbefriedigender Sex? Also so weit ist es noch nicht mit meiner Nächstenliebe. Ich Egoist. Nein, es wird auch nicht besser, wenn ich nochmal drüber nachdenke. So, let´s talk about sex…

Plenty (Erykah Badu)

25. März 2010

Mein Chef hat sich gerade von seiner Frau getrennt und seit heute die Phase der schlechten Laune, Wutanfälle und des Profilierungsgehabes überwunden. Herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle. Der Übergang in die neue Phase wurde sofort und auf der Stelle vorgenommen. Seit heute ist er in der Gockelphase. Kickerikie, ich bin der schönste und einzigste Hahn hier und ihr, ihr jungen Hühner, findet mich jetzt alle toll und deswegen lade ich euch Mädels auf ein Glas Wein nach dem Meeting ein. Wie wäre es? Ääähhhh….hallo? Bitte wie? Was war das denn jetzt? Geträumt habe ich nicht, sondern nur - wie die anderen Frauen meines jungen Alters auch - verlegen vor mich hingekichert und überlegt, wie ich aus der Nummer am besten wieder raus komme. Oh no! Das ist ja mal ganz schlechtes Kino. Was könnte ich denn noch vorhaben? Was Wichtiges. Ach nee, ich bin einfach ehrlich und sage, dass ich nach Hause will. Nein, Sie dürfen nicht mitkommen. Man, das würde der doch nicht fragen. Sowas muss einfach übergangen werden. Und der Gockel stolzierte weiter und veredelte seinen Charme noch mit kleinen Witzen. Frisch getrennt, in der Midlifecrisis UND witzig. Bingo. Da greift man doch beherzt zu. Wer um Himmels Willen greift da zu? In so einem Fall schleicht man sich einfach nach dem Meeting mit den anderen Kolleginnen aus dem Gebäude. Wie wirkt sich das nur auf seine Psyche aus? Ein Korb von 5 Frauen. Autsch! Da muss er durch. Nix kann ich da machen, aber wirklich gar nichts. Ich frage mich, wie lange kann ich dem ausweichen? Traut er sich nochmal? Oh je. To do: Plan zum ständigen Chefausweichen entwickeln und erproben. Der muss sicher sein wie ein Schweizer Bankkonto. Noch besser: Plan zum Einrichten eines dicken Schweizer Bankkontos entwickeln und erproben. Ja, das ist wichtiger. Man muss halt Prioritäten setzen. So sir, bring it on!

Sunny (Bobby Hebb)

21. März 2010

“Linchen” gewidmet - You are my sweetest girl. I love you and always will. I will always remember our happy years!

Manchmal passieren traurige Sachen, wenn man jemanden verliert, der zur Familie gehört zum Beispiel. Dann steht man mit fast 30 verheult in der Küche und wird von Papa getröstet. Von Papa. Das sind die vertrautesten Männerarme, die ich als Single in der Situation für geeignet hielt. Ein total einfühlsamer Freund wäre jetzt Gold wert. Eine Hymne auf die modernen Männer da draussen, die kochen, Fußball spielen, Aromatherapiebadezusatz kaufen, mal einen Dreitagebart tragen, einfühlsam sind und trotzdem ihrer Freundin auf den Arsch hauen und sagen: “Puppe, holst du mir bitte noch ein Bierchen aus der Küche? Biiiiiiteeeee”. Who wants to hold my hand? I let you hold my hand. Kann es vielleicht doch sein, dass man schon tolle Typen hat abblitzen lassen, weil man gar nicht ahnen konnte, dass sich hinter dem flirtunbegabten Nerd ein absolut super Mann versteckt? Oh je, das wäre ja böse. Der edle Ritter in glänzender Rüstung sattelt sein Ross, zieht in das Abenteuer, widersteht den Versuchungen, tötet den Drachen, tötet die Hexe, tötet die giftige Schlange, befreit die Prinzessin und die sagt: “Ähhh, ich bin schon vergeben. Sorry.” (Eine Prinzessing hat ja Anstand und würde niemals etwas sagen, dass dem Mann sein Selbstbewusstsein raubt. Hinzu kommt, dass der besagte Herr wahrscheinlich all seinen Mut zusammengenommen hat, um überhaupt den Mund auf zu kriegen und das muss gewürdigt werden.) Und so zog er von dannen, der Prinz, der vielleicht nicht ganz so toll aussah, oder vor Aufregung nicht humorvoll sein konnte und heiratet das Bauernmädchen. Da steht sie nun, die Holde und weiß: game over. Hätte sie doch nur mal zwischengespeichert! Zurecht also, heult sie sich bei Papa aus und dieser kommt ganz hinreißend seinen väterlichen Pflichten nach. Videospiele sind eigentliche eine gute Ablenkung. Ich werde jetzt solange zocken, bis es der Traurigkeit in meiner Brust zu blöd wird und sie von allein verschwindet. Danach bin ich bestimmt so hot shit, was Games angeht, dass ich jeden Typen abzocken kann und dann trösten wir uns gegenseitig. What a plan!

Cleva (Erykah Badu)

6. März 2010

Na toll! Der Küchenschrank verabschiedet sich teilweise und damit meine ich ein Teil nach dem anderen. Das sind sie, die Momente, in denen ich denke: “Verdammte Axt, ich will nen Freund, der bei mir wohnt und meine Sachen wieder ganz macht.” Natürlich soll er das auch gerne machen. Logisch. Und da ich am Horizont auch schon den Frühling erblicke, könnte er gleich ganz heldenhaft mein Fahrrad wieder fit machen. Ich steh auch frierend daneben und freu mich, dass ich einen Mann erwischt habe, der sowas kann. “Nein, Papa, er macht das schon. Du musst nicht kommen.” Wow! Das finde ich romantisch und irgendwie ist es auch sexy. Er muss den Küchenschrank auch nicht im Hochsommer bei 30 Grad im Schatten mit nacktem, glänzenden Oberkörper reparieren. Es ist schon sexy, wenn er das Sonntag nach dem Frühstück in Schlunzklamotten macht. Peng! Da ist er zerplatzt, der Tagtraum. Man, jetzt muss ich schauen, wie ich das hinbekomme. Welcher Nachbar besitzt Werkzeug? Es langweilt mich jetzt schon, wenn ich daran denke, wie ich mit einem Schraubenzieher auf dem Holz rumhantiere. Außerdem ist es sehr wahrscheinlich, dass der Schrank danach wie eine abstrakte Skulptur aussieht. Im Übrigen kann man auch ganz hervorragende Skulpturen aus Ikeamöbelsets machen. Vielleicht sollte ich den Schrank auch einfach kaputt lassen und ihn aufheben als Bewährungsprobe. Genau. Ich werde also in näherer (hoffentlich) oder ferner (bitte nicht) Zukunft einen tollen Mann treffen und ihn dann als finalen Boyfriend-Eignungstest diesen bekloppten Schrank reparieren lassen. Können ja auch nicht mehr viele Männer heute. Das kann ich meinem Vater nicht antun bis ins hohe Alter, ihn immer anrufen, wenn etwas zu reparieren ist. Na also. Die Lösung ist nicht schlecht und ich kann dann ja auch einfach die Heizung volle Kanne aufdrehen, dann zieht der Prüfling sein T-Shirt schon von ganz alleine aus. Oh man, die Coca-Cola-Werbungen haben Spuren hinterlassen. Ich geh dann jetzt mal… ins Kopfkino.



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